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Behauptungen zu Sufismus und Sufi-Orden

Die Behauptung "Gegen die Sufi-Orden"

Teilweise wahr

Behauptung

Alparslan Kuytul ist gegen die Sufi-Orden, er setzt die Sufi-Orden herab.

Behauptet von: Manche Kreise von Sufi-Orden und Konten in sozialen Medien

Fakten

Ein Sufi-Orden ist kein falscher Weg — das ist Kuytuls erster Satz zu diesem Thema. Ein Sufi-Orden ist eine Schule innerhalb des Sufismus, ebenso wie die hanafitische und die schafiitische Schule innerhalb des Fiqh. Naqschbandi, Qadiri, Mevlevi und Schadhili sind solche Schulen, und mit seinen eigenen Worten: "Daran ist nichts Bedenkliches".

Was er sagt, ist dies: Was heute gebraucht wird, ist kein Sufi-Orden, sondern eine Gemeinde. Seine Begründung ist eine geschichtliche — die Sufi-Orden entstanden in einer Zeit, in der die Zivilisation, der Staat, die Medresen und die Gelehrten des Islam bereits standen. Weil das Übrige des Gebäudes errichtet war, konnten sich manche Gelehrte der Erziehung der Seele widmen. Heute fehlt dieser Rahmen; deshalb vertritt er, dass zuerst der Rahmen aufgebaut werden muss.

Mit seinem eigenen Vergleich: "Eine Gemeinde ist wie eine Universität, ein Sufi-Orden wie ein Fachbereich. Wir brauchen eine Universität."

Vom Sufismus selbst rückt er dagegen nicht ab. Das Gottesgedenken, freiwillige Fastentage, der Koran, das Tahadschud- und das Duha-Gebet — er will, dass all dies im Programm der Gemeinde steht. Sein Einwand richtet sich nicht dagegen, sondern dagegen, dass dafür die Bindung an einen Sufi-Orden als Bedingung gilt.

Warum diese Einstufung "Teilweise zutreffend"?

Weil die Person, die die Behauptung vorbringt, nicht vollständig irrt: Kuytul empfiehlt es tatsächlich nicht, heute den Weg eines Sufi-Ordens einzuschlagen. Statt dies zu leugnen, schreiben wir es offen.

Das ist jedoch kein Makel und nichts, was zu verbergen wäre. Hier wird keine Ansicht versteckt; es gibt eine Vorrangentscheidung, die seit Jahren offen und mitsamt ihrer Begründung vertreten wird. Wenn ein Gelehrter sagt "diese Sache hat heute Vorrang", so heißt das nicht, dass er dem, was er angeblich ablehnt, feindlich gesinnt wäre.

Genau hier liegt der Fehler der Behauptung: Sie gibt eine Entscheidung als eine Feindschaft wieder.

Halten wir zuerst die Unterscheidung fest: Sufismus ist das eine, Sufi-Orden das andere

Diese beiden Behauptungen werden häufig miteinander verwechselt, dabei fallen die Antworten unterschiedlich aus. Die Behauptung der Feindschaft gegenüber dem Sufismus ist vollständig unbegründet: Der Sufismus ist nach Kuytul auch heute eine notwendige Wissenschaft, und die Aufzeichnung von dreißig Stunden Unterricht liegt offen zutage.

Ein Sufi-Orden wiederum ist eine Schule innerhalb des Sufismus. Die Auseinandersetzung hier geht nicht um die Notwendigkeit des Sufismus, sondern um den heutigen Platz der Ordensstruktur.

Was heißt "die Zeit ist die Zeit der Gemeinde"?

Die Sufi-Orden traten in einer Zeit auf, in der die Zivilisation des Islam stand: Es gab einen Staat, es gab Heere, es gab Medresen und Gelehrte. Kuytuls Feststellung lautet: Heute gibt es dieses Gebäude nicht, folglich muss der Vorrang seinem Aufbau gelten.

"Errichten wir zuerst die islamische Zivilisation; die Sufi-Orden werden ohnehin in ihr enthalten sein."

Die zweite Hälfte des Satzes ist wichtig: Er sagt nicht, dass die Sufi-Orden verschwinden werden, sondern dass sie in dem zu errichtenden Gebäude ihren Platz haben werden.

Die Begründung mit der Kapazität

Seine zweite Begründung ist praktischer Art. Ein weit gespanntes Gebilde, das von Mittelschülern bis zu Studierenden, von seinen Frauen bis zu seinen Männern reicht und Medresenarbeit, Bildungsarbeit, Veröffentlichungen und Konferenzen umfasst, trägt das Ordensmodell nicht:

"In einem Sufi-Orden gibt es einen einzigen Scheich, alle gehen hin und küssen ihm die Hand, mehr nicht. Eine Gemeinde dagegen bringt Tausende von Intellektuellen und von Lehrern mit den Eigenschaften eines Gelehrten hervor. Das Volk braucht das."

Der Maßstab ist nicht die Frage "was ist heiliger", sondern die Frage "was deckt den heutigen Bedarf".

Wird der Sufismus aufgegeben?

Nein — und das ist der Punkt, den die Behauptung am häufigsten überspringt. Die Gemeinde, die Kuytul beschreibt, soll alles Schöne, was es im Sufi-Orden gibt, in sich tragen und darüber hinaus vieles hinzufügen, was es im Sufi-Orden nicht gibt:

  • Allahs viel zu gedenken,
  • freiwillige Fastentage,
  • den Koran zu lesen,
  • die Tahadschud- und Duha-Gebete,
  • Taqwa, Gotteserkenntnis und Gottesliebe.

Der Inhalt des Sufismus bleibt also erhalten; strittig ist allein, in welchem Gebilde er gelebt werden soll.

Warum nennen wir diese Behauptung nicht "unbegründet"?

Wir hätten es tun können. Der Satz "Er ist nicht gegen die Sufi-Orden" lässt sich bilden und wäre technisch auch vertretbar — denn die Rechtmäßigkeit des Sufi-Ordens wird anerkannt.

Doch damit würde den Lesenden etwas verschwiegen. Kuytul empfiehlt es heute nicht, den Weg eines Sufi-Ordens einzuschlagen; wer die Aufzeichnung hört, hört das. An einer solchen Stelle "vollständig unbegründet" zu sagen, würde alles Übrige, was diese Website sagt, ebenfalls zweifelhaft machen.

Deshalb lautet die Einstufung "Teilweise zutreffend". Der zutreffende Teil ist dieser: Es gibt eine Vorrangentscheidung, und sie wird offen vertreten. Der unzutreffende Teil ist dieser: Diese Entscheidung wird als Gegnerschaft und Herabsetzung wiedergegeben. Der Unterschied zwischen dem offenen Vertreten einer Ansicht und der Feindschaft ihr gegenüber ist der Gegenstand dieser ganzen Seite.

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