Behauptungen zu Sunna, Hadith und Ahl as-Sunna
Die Behauptung "Er ist ein Koranist und sagt: 'Uns genügt der Koran'"
Unbegründet
Behauptung
Fakten
Die Behauptung stellt Alparslan Kuytul auf die koranistische Linie, die sagt "Uns genügt der Koran, die Sunna brauchen wir nicht". Dabei ist seine Antwort vom 26. März 2014 ein unmittelbarer Widerspruch gegen eben diese Linie; die ihm gestellte Frage lautete ohnehin, welche Haltung gegenüber denen einzunehmen sei, die so reden. Der erste Satz der Antwort beendet die Auseinandersetzung:
"Meine geschätzten Geschwister, wisset, dass es ohne die Hadithe des Gesandten Allahs, also ohne seine Sunna, nicht möglich ist, den Koran zu verstehen."
Seine Begründung ist praktisch. Der Koran sagt "verrichtet das Gebet, entrichtet die Zakat", erklärt aber nicht, wie das Gebet zu verrichten ist. Von welchem Vermögen und in welcher Höhe die Zakat zu entrichten ist, was das Fasten bricht und was nicht, wie der Hadsch zu vollziehen ist — von all dem stehen die Einzelheiten nicht im Koran. Ohne die Sunna bleibt der Wortlaut des Verses stehen, seine Bestimmung aber wird nicht verstanden.
Von hier aus kommt er auf die Frage der Bewahrung: Allah, der zugesagt hat, den Koran zu bewahren, hat auch die authentische Sunna bewahrt, die ihn verständlich macht. Dass allein der Wortlaut bewahrt wird, gilt mit seinen eigenen Worten nicht als Bewahrung des Korans.
Der einzige Satz in derselben Antwort, der als Beleg für die Behauptung vorgebracht werden könnte, lautet: "Diese beiden Quellen genügen uns." Wer liest, was davor steht, sieht es — die gemeinten beiden Quellen sind der Koran und die Sunna. Der Satz bedeutet nicht "der Koran genügt"; im Gegenteil, er stellt die Sunna neben den Koran.
Verwandte Themen: die Behauptung "Hadith-Leugner" und die Behauptung "Er hält die Sunna nicht für Offenbarung".
Worauf läuft die Behauptung des Koranismus hinaus?
Koranismus ist der Name jener Haltung, die dafür eintritt, die Religion allein aus einer Koranübersetzung zu verstehen, und die Sunna nicht als verbindliche Quelle gelten lässt. Die Behauptung stellt Alparslan Kuytul auf diese Linie. Das Merkwürdige daran ist: In der vorliegenden Aufzeichnung erscheint jene Linie nicht als vertretene Ansicht, sondern als eine Frage, die beantwortet wird.
Wie lautete die Frage, und wie fiel die Antwort aus?
Die ihm am 26. März 2014 gestellte Frage lautete: Es gibt Leute, die sagen "Uns genügt der Koran, die Sunna brauchen wir nicht"; wie sollen wir uns ihnen gegenüber verhalten? Die Antwort beginnt mit der Zurückweisung dieses Satzes und legt weiter dar, warum die Sunna unverzichtbar ist.
Das Beispiel "Verrichtet das Gebet"
Das von ihm gewählte Beispiel nimmt der Auseinandersetzung das Abstrakte. Der Koran gebietet das Gebet, er gebietet die Zakat; aber er erklärt nicht, wie das Gebet zu verrichten ist. Ebenso: von welchem Vermögen, wie oft und in welcher Höhe die Zakat zu entrichten ist; was das Fasten bricht und was nicht; wie der Hadsch zu vollziehen ist; die Bestimmung von Rauschmitteln und von Zins — die Einzelheiten davon stehen nicht im Koran.
"Der Koran sagt 'Verrichtet das Gebet' und überlässt das Übrige dem Propheten, damit wir es von ihm lernen."
Wer also "der Koran genügt" sagt, kann mit dem Buch in seiner Hand nicht einmal sein Gebet verrichten. Das ist der Punkt, den die Behauptung überspringt.
Der Beleg aus der Bewahrung
Die von den Gegnern der Sunna am häufigsten gebrauchte Begründung lautet: Allah hat zugesagt, den Koran zu bewahren, nicht aber die Sunna. Kuytul dreht diesen Einwand innerhalb seiner eigenen Logik um:
"Gilt es als Bewahrung des Korans, wenn allein der Wortlaut des Verses bewahrt wird, die Sunna aber, die dessen Erläuterung ist, nicht bewahrt wird? Allah, der zugesagt hat, den Koran zu bewahren, hat auch so viel authentische Sunna bewahrt, wie wir brauchen, um den Koran verstehen zu können."
Die Überlegung ist klar: Wenn der Text zwar dasteht, aber nicht verstanden wird, gilt er nicht als bewahrt. Dass der Koran bewahrt ist, setzt voraus, dass auch die authentische Sunna bewahrt ist, die ihn verständlich macht.
Der Einwand mit den erfundenen Hadithen
Dass es unter den Überlieferungen erfundene gibt, leugnet er nicht. Doch zieht er daraus nicht den Schluss "geben wir sie alle auf"; er erinnert daran, dass diese Sichtung vor Jahrhunderten durch Imam al-Buchari, Imam Muslim und die übrigen Hadithgelehrten vorgenommen wurde. Die Einzelheiten dazu stehen unter der Überschrift die Behauptung "Hadith-Leugner".
"Diese beiden Quellen genügen uns" — welche beiden Quellen?
Das ist der einzige Satz, der als Beleg für die Behauptung dienen könnte, und aus dem Zusammenhang gerissen lässt er sich tatsächlich als "der Koran genügt" lesen. Dabei steht der Satz am Ende eines Absatzes, der davon spricht, dass sich nicht einmal ein Buchstabe des Korans verändert hat, und unmittelbar danach folgt dieser Satz:
"Und ohne die Sunna ist es niemals möglich, den Koran zu verstehen."
Die beiden aufgezählten Quellen sind also der Koran und die Sunna. Die Aufgabe des Satzes ist nicht, die Sunna auszuschließen, sondern zu sagen, dass es außer diesen beiden Quellen keines dritten Maßstabs bedarf.
Die Linie der Stiftung
Seit dem Tag ihrer Gründung beschreibt die Furkan-Stiftung für Bildung und Dienst ihre eigene Linie als "Koran und Sunna" und nennt ihre Methode "Prophetische Bewegungsmethode". Eine Haltung, welche die Sunna ausschließt, steht mit keiner dieser beiden Bestimmungen zusammen.
Ergebnis
Die Behauptung gibt einen Widerspruch als Ansicht aus: Wer auf den Satz "Uns genügt der Koran" antwortet, wird als dessen Urheber dargestellt. Die Aufzeichnung der Antwort steht öffentlich; um die Behauptung zu prüfen, genügt es, sie von Anfang bis Ende anzuhören.
Verwandtes Thema: die Behauptung "Er hält die Sunna nicht für Offenbarung und nicht für verbindlich".