Auseinandersetzungen mit Einzelpersonen
Die Behauptung, er sei aggressiv und stachle die Jugend auf
Unbegründet
Behauptung
Fakten
Der Vorwurf gehört in das Jahr 2016. Im Zeitraum 12. April – 28. Juli 2016 warf der Theologe Faruk Beşer Alparslan Kuytul vor, "ein aggressiver, provokativer Mensch, der die Jugend aufstachelt" zu sein und seine Angehörigen "auf die Straße zu bringen".
Ein solcher Vorwurf hat zwei verschiedene Maßstäbe, und beide lassen sich von außen überprüfen.
Der erste ist der Ton. In diesen dreieinhalb Monaten blieben die Vorwürfe einseitig; Kuytul antwortete nicht. Den Grund für das Schweigen schrieb er später selbst: Er wollte nicht, dass der Streit die Feinde des Islam erfreut. Die Frage, wer aggressiv war, beantwortet sich von selbst, sobald man die Sätze beider Seiten aus demselben Zeitraum nebeneinanderstellt.
Der zweite ist das Ergebnis. Eine Provokation hinterlässt Spuren: eine Schlägerei, einen Schaden, eine zu Schaden gekommene Person, einen Justizvorgang. In einem Gebilde mit Tausenden von Angehörigen, das seine Tätigkeiten öffentlich ausübt, konnte nicht eine einzige dieser Spuren vorgelegt werden. Mit Kuytuls eigenen Worten:
"Wer bedenkt, dass bis heute keiner meiner Brüder in der Sache in einen schlimmen Vorfall verwickelt war, obwohl es Tausende von ihnen gibt, kann auch verstehen, dass ich niemanden provoziere und aufstachele."
Auch die Seite, die den Vorwurf erhob, führte in diesen dreieinhalb Monaten keinen konkreten Vorfall an: kein Datum, keinen Ort, keine zu Schaden gekommene Person. Und was "auf die Straße bringen" genannt wird, ist die Ausübung des Rechts auf Versammlung und Demonstration; nichts davon schlug in Gewalt um.
Als Beleg bleibt allein der Vorwurf selbst. Eine Auffassung wird nicht dadurch zum Beleg, dass sie wiederholt wird.
Wann und mit welchen Worten wurde der Vorwurf erhoben?
Zwischen dem 12. April 2016 und dem 28. Juli 2016 gebrauchte der Theologe Faruk Beşer in seinen Beiträgen in sozialen Medien über Alparslan Kuytul die Formulierungen "ein aggressiver, provokativer Mensch, der die Jugend aufstachelt" und "einer, der seine Gefährten provoziert und auf die Straße bringt". In denselben Beiträgen wurden Angehörige der Gemeinde zudem als "unwissend", "hirnlos" und "Herde" bezeichnet.
Einen Menschen als aggressiv zu bezeichnen ist leicht. Das zu prüfen ist ebenso leicht, denn es gibt zwei greifbare Maßstäbe: das gesprochene Wort und das sich ergebende Ergebnis.
Die erste Prüfung: dreieinhalb Monate Schweigen
Die Vorwürfe hielten dreieinhalb Monate an und blieben diese ganze Zeit über unbeantwortet. Kuytul schrieb keine einzige Erwiderung und ging in keiner seiner Reden auf das Thema ein. In der Antwort, die er schließlich schrieb, überlässt er diesen Vergleich der Leserschaft: Man stelle den Ton beider Seiten aus demselben Zeitraum nebeneinander.
Der Grund für das Schweigen steht im selben Text — es ging nicht um persönliche Empfindlichkeit:
"Gegenüber Faruk Beşer, der bei jeder Gelegenheit, die sich ihm bietet, schwere Worte über mich und meine Gefährten sagt und Vorwürfe ohne Beleg erhebt, habe ich bis heute geschwiegen, um die Feinde des Islam nicht zu erfreuen."
Die Zahl der Sätze, die die angeblich aggressive Seite in diesen dreieinhalb Monaten formuliert hat, ist null. Von hier aus betrachtet wirkt der Maßstab des Tons gegen die Behauptung.
Die zweite Prüfung: die zurückgebliebene Spur
Aufstachelung und Provokation bleiben nicht abstrakt. Wenn Menschen aufgestachelt wurden, bricht irgendwo eine Schlägerei aus, geht eine Scheibe zu Bruch, kommt jemand zu Schaden, wird ein Protokoll aufgenommen. Die Behauptung betrifft ein Gebilde von Tausenden von Menschen, das von Schülern der Mittelstufe bis zu Studierenden reicht und Konferenzen sowie Veranstaltungen mit großer Beteiligung organisiert. Ließe sich ein einziger Gewaltvorfall anführen, an dem ein Angehöriger eines solchen Gebildes beteiligt war, so wäre das der Beleg für diesen Vorwurf.
Er wurde nicht angeführt. Zudem geht es hier um eine Gemeinde, deren Tätigkeiten öffentlich stattfinden und die genau beobachtet wird; hätte es einen Vorfall der öffentlichen Ordnung gegeben, so wäre zu erwarten, dass er gefunden wird, und nicht, dass er sich nicht finden lässt.
Was heißt "sie auf die Straße bringen"?
In der Formulierung steckt eine stillschweigend angenommene Voraussetzung: Dass Menschen zusammenkommen, gehen, auf einem Platz sprechen, wird erzählt, als wäre es an sich ein Makel. Dabei ist all dies die Ausübung des Rechts auf Versammlung und Demonstration, und für sich genommen macht es niemanden schuldig.
Die Formulierung "auf die Straße gebracht werden" malt die Menge als eine willenlose, gelenkte Masse. Sie verwischt den Unterschied zwischen dem Lenken einer Menge und der eigenen Entscheidung der Menschen, die sich einer Menge anschließen. Die unterscheidende Frage ist eine einzige: Schlugen jene Märsche in Gewalt um? Bis heute hat sich die Antwort nicht geändert — nein.
Was bleibt übrig?
Deshalb lautet die Einstufung "Unbegründet". Nicht ein Vorfall, nicht eine Akte, nicht eine geschädigte Person wurde zur Stützung der Behauptung vorgelegt. Vorhanden ist allein eine Auffassung, die Wiederholung dieser Auffassung und die Gewohnheit, die Wiederholung selbst für einen Beleg zu halten.
In seiner Antwort erinnert Kuytul mit einem Hadith an den Maßstab: Den Beleg beizubringen fällt demjenigen zu, der die Behauptung aufstellt. Wer ein schweres Wort über einen Menschen sagt, muss dieses Wort auch tragen.
Die weiteren Themen desselben Zeitraums: die Behauptung "Er spricht von Tauhid und spaltet die Muslime" und warum wurde Faruk Beşer zum gegenseitigen Fluchgebet aufgerufen?