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In seinen eigenen Worten

Warum schwiegen die Gemeinschaften?

Warum schwiegen die Gemeinschaften?

Fakten

Der Zeitraum, um den es geht, ist dieser: die 22-monatige Untersuchungshaft im Zeitraum 8. Februar 2018 – 5. Dezember 2019. Die folgende Einschätzung stammt aus drei Interviews, die er nach seiner Entlassung gab: 10. Dezember 2019 (Gazete Duvar), 11. Dezember 2019 (TV5) und 15. Dezember 2019 (KHK TV).

Die Frage ist in allen dreien dieselbe: Warum war 22 Monate lang von den anderen Gemeinschaften und Orden nichts zu hören? Alparslan Kuytuls Antwort lautet nicht Meinungsverschiedenheit, sondern Parteigeist.

"Der Parteifanatismus hat sich vor das Recht gestellt."

Die Logik, die er beschreibt, ist diese: Man schweigt, damit einer Partei kein Schaden entsteht, und der Preis des Schweigens wird der Reihe nach bezahlt. Auch die Begründung der Schweigenden gibt er wieder und antwortet ihr mit einem einzigen Satz: "Wohl dachten sie: 'Wenn wir reden, erledigen sie uns auch.' Und ich sage: Durch Schweigen geht ihr zugrunde."

Den Maßstab setzt er nicht selbst, er stützt ihn auf Hazrat Ali:

"Hazrat Ali sagt: 'Wenn ihr das Unrecht nicht verhindern könnt, dann macht es wenigstens bekannt.' Auch das ist ein Verhindern."

Seine Begründung ist praktisch: Wer bemerkt, dass eine Praxis gesehen wird und dass über sie gesprochen wird, tut sich schwer damit, sie fortzusetzen.

Er erinnert daran, dass er diesen Maßstab auch auf sich selbst angewandt hat. Als er sagte, dass den per KHK Entlassenen Unrecht geschehen sei, war nicht er der Entlassene; er hatte nicht gewartet, bis er selbst an der Reihe war.

Das Gegenbeispiel gibt er in denselben Sendungen. Er dankt der Saadet Partisi und TV5 für ihre Haltung; er sagt, dass der Vorsitzende Temel Karamollaoğlu bei beiden Entlassungen der Erste war, der ihn anrief.

Was war die Frage, und wann wurde sie gestellt?

Das Thema ist die Untersuchungshaft im Zeitraum 8. Februar 2018 – 5. Dezember 2019. Alparslan Kuytul sprach innerhalb der zwei Wochen nach seiner Entlassung mit drei verschiedenen Sendern und traf in allen dreien auf dieselbe Frage: Warum schwiegen die anderen Gemeinschaften und Orden während dieser ganzen Zeit?

  • 10. Dezember 2019 — Interview mit Gazete Duvar,
  • 11. Dezember 2019 — Livesendung auf TV5,
  • 15. Dezember 2019 — Interview mit KHK TV.

Seine Antwort: Parteigeist

Kuytul sucht den Grund nicht in einer Meinungsverschiedenheit. Den Grund dafür, dass niemand für ihn eintrat, sieht er in der Bindung an eine Partei, und er sagt, dass es dabei nicht nur um ihn geht: "Von mir ganz abgesehen, sie treten für niemanden ein."

Bei KHK TV fasst er dieselbe Feststellung in einem Satz zusammen: Der wichtigste Faktor dafür, dass die Gemeinschaften und Orden zum Unrecht schweigen, ist der Parteigeist; wichtig geworden ist die Partei, nicht das Recht.

Auch die innere Logik, die er beschreibt, gibt er wieder: Der Gedanke "Wenn wir eine Partei kritisieren, profitiert die Gegenseite" schließt das Reden von vornherein aus. Sein Einwand dagegen ist hart, und in seinen eigenen Worten lautet er so:

"Indem ihr nicht redet, macht ihr die Ehre des Islams wertlos! Soll der Partei Schaden zugefügt werden, aber nicht dem Islam!"

Der Maßstab: Hazrat Alis Rat

Hätte diese Kritik keinen Maßstab, bliebe sie bloße Gekränktheit. Kuytul setzt den Maßstab nicht selbst; er stützt ihn auf Hazrat Ali:

"Hazrat Ali sagt: 'Wenn ihr das Unrecht nicht verhindern könnt, dann macht es wenigstens bekannt. Erzählt davon. Macht es allen bekannt.' Auch das ist ein Verhindern."

Hier liegt die praktische Seite des Maßstabs: Bekanntmachen ist nicht die schwächste Form des Verhinderns, sondern die mögliche. Wer bemerkt, dass über eine Praxis gesprochen wird und dass sie gesehen wird, tut sich schwer damit, sie fortzusetzen. Schweigen ist also nicht nur eine Entscheidung, sondern eine Entscheidung mit einer Folge.

"Durch Schweigen geht ihr zugrunde"

Er kennt auch die Begründung der Schweigenden und widerspricht ihr:

"Wohl dachten sie: 'Wenn wir reden, erledigen sie uns auch.' Und ich sage: Durch Schweigen geht ihr zugrunde."

Seine Warnung beruht auf dem Gedanken der Reihenfolge: Er meint, dass die, die heute schweigen, morgen selbst an der Reihe sein werden. Er sagt das nicht als Drohung, sondern als Voraussage — und zu dem Zeitpunkt, als er es sagte, liefen seine eigenen Verfahren noch.

Der Maßstab, den er auf sich selbst anwandte

Die üblichste Antwort auf eine Kritik dieser Art lautet: "Du redest, weil du selbst an der Reihe bist." Kuytul begegnet dieser Antwort im Voraus und verweist auf seine eigene Vergangenheit: Als er das Unrecht verteidigte, das den per KHK Entlassenen widerfahren war, war nicht er der Entlassene, und er hatte mit jenem Vorgang nicht das Geringste zu tun.

Die schwierigste Seite desselben Maßstabs spricht er im selben Interview aus. Er erklärt, dass er auch die Regierung, die ihn ins Gefängnis gebracht hat, verteidigen würde, falls ihr ein Unrecht geschähe. Ein Maßstab ist ein Maßstab, wenn er sich nicht je nach Person ändert; ändert er sich, ist es Parteinahme — das ist die Unterscheidung, auf der die ganze Seite beruht.

Gegenbeispiel: Saadet Partisi und TV5

Die Darstellung ist keine pauschale Anschuldigung, denn das Gegenbeispiel gibt er selbst. In der TV5-Sendung dankt er der Saadet Partisi und TV5 für ihre Unterstützung. Er sagt, dass der Vorsitzende Temel Karamollaoğlu bei beiden Entlassungen der Erste war, der ihn anrief.

Die Bedeutung, die er dieser Haltung beimisst, geht über einen persönlichen Dank hinaus: Während sowohl die Täter des Unrechts als auch die Schweigenden mit muslimischer Identität auftraten, hat die Tatsache, dass es Widersprechende gab, verhindert, dass der Islam falsch wahrgenommen wird. In seinen eigenen Worten hat diese Haltung "die Ehre der Muslime bewahrt".

Was diese Seite darlegt

Was hier wiedergegeben wird, ist kein Dokument, sondern eine Einschätzung — Kuytuls Kommentar zu seiner eigenen Zeit und seinem eigenen Umfeld. Die Seite gibt diesen Kommentar samt seinen Daten wieder; der Leser ist frei, zuzustimmen oder nicht zuzustimmen.

Die Seite behandelt ausschließlich den Zeitraum 2018–2019. Weitere Inhalte zu demselben Zeitraum: 14 Monate Isolationshaft und die drei Punkte, die er als Grund seiner Verhaftung nennt.

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