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Behauptungen zur Politik

Die Behauptung "Er kritisiert die Regierung nur, weil er selbst betroffen ist"

Unbegründet

Behauptung

Die Kritik, die Alparslan Kuytul an der Regierung übt, beruht nicht auf einem Grundsatz, sondern auf persönlicher Feindschaft. Zu diesen Themen schwieg er, bis ihm die Konferenzsäle verschlossen und seine Veranstaltungen abgesagt wurden; erst als seine eigene Benachteiligung begann, fing er an, politische Erklärungen abzugeben.

Behauptet von: Verschiedene Personen und Social-Media-Konten, die diese Behauptung äußern13.12.2019

Fakten

Die Äußerungen, auf die sich diese Antwort stützt, stammen aus dem, was Kuytul in seinem TV5-Interview vom 13. Dezember 2019 nach seiner Freilassung am 5. Dezember 2019 sagte. Dieselbe Behauptung wurde ihm dort vorgehalten, und seine Antwort war der Kalender.

Die Reihenfolge, die die Behauptung aufstellt, lautet: Zuerst wurden seine Konferenzen behindert, dann begann er, die Regierung zu kritisieren. Die tatsächliche Reihenfolge ist umgekehrt.

Die Absagen der Konferenzen begannen 2014. Seine Einwände reichen jedoch weit zurück: 2003 wandte er sich gegen die Unterstützung der Invasion des Irak, ab 2011 gegen die Syrienpolitik.

"Es ist nicht nur deshalb, weil 'die Konferenzsäle abgesagt und uns nicht überlassen wurden'. Die Absage unserer Konferenz war 2014. Aber seit der Invasion des Irak im Jahr 2003 und danach der Syrien-Frage von 2011, dem Beginn des Krieges in Syrien, erhebe ich seit jener Zeit Einspruch."

Die Kritik begann also elf Jahre vor dem Ereignis, das die Behauptung als ihre Ursache ansieht. Den Grund dafür, dass sie in jenen Jahren nicht breit gehört wurde, nennt er selbst: Seine Worte blieben auf die Zuhörenden im Konferenzsaal beschränkt, und das Internet wurde noch nicht wie heute genutzt. Dass eine Äußerung spät gehört wird, heißt nicht, dass sie spät gefallen ist.

Es gibt noch einen zweiten Punkt: Das Ziel der Kritik ist keine Partei, sondern bestimmte Entscheidungen — die Unterstützung der Invasion des Irak, die Syrienpolitik, der Abschuss des russischen Flugzeugs. Zu sagen, eine Entscheidung habe dem Land geschadet, setzt keine persönliche Rechnung mit denen voraus, die sie getroffen haben.

Ein eng verwandtes Thema: die Behauptung, er stehe "auf der Seite einer Partei oder der Opposition".

Worauf stützt sich die Behauptung?

Die Logik der Behauptung ist einfach und auf den ersten Blick überzeugend: Wenn jemand erst zu sprechen beginnt, sobald es ihn selbst trifft, dann geht es nicht um einen Grundsatz, sondern um den eigenen Schaden. Auch hier werden die ab 2014 abgesagten Konferenzen als Ausgangspunkt von Kuytuls Einwänden gegen die Regierung angeführt.

Auch wenn das wie eine Behauptung über Absichten aussieht, ist es in Wahrheit eine Behauptung über Daten — und an Daten lässt sie sich prüfen.

Der Kalender bestätigt die Behauptung nicht

Kuytuls erster offener Einwand gegen die Regierungspolitik stammt aus dem Jahr 2003: die Unterstützung der Invasion des Irak durch die USA.

"Wenn Sie es im Kern betrachten: von der Gründung der AK-Partei an, im Jahr 2003 half die AK-Partei der Invasion des Irak durch Amerika, sie half über İncirlik, obwohl der Beschluss nicht durchgegangen war; seit jener Zeit habe ich dagegen protestiert. Man kann einem Ungläubigen nicht dabei helfen, Muslime zu töten. Aber damals gab es kaum Internet, es wurde nicht genutzt; deshalb wurde diese meine Stimme nicht viel gehört."

Sein zweiter Einwand aus dem Jahr 2011 richtet sich gegen die Politik zu Beginn des Krieges in Syrien. Die Absagen der Konferenzen beginnen dagegen 2014. Der Abstand beträgt elf Jahre: Was die Behauptung für die "Wirkung" hält, trat elf Jahre vor dem auf, was sie für die "Ursache" hält.

"Warum wurde es damals dann nicht gehört?"

Das ist die naheliegende Frage, und ihre Antwort steht am Ende des obigen Satzes: 2003 wurde das Internet nicht im heutigen Maß genutzt. Die Reden jener Jahre erreichten die Zuhörenden im Konferenzsaal und drangen kaum darüber hinaus. Dass die Aufzeichnungen allen zugänglich wurden, geschah erst viel später.

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Behauptung wirft in Wahrheit zwei verschiedene Dinge durcheinander: wann eine Auffassung geäußert wurde und wann sie gehört wurde. Die Aufzeichnungen zeigen das Erste.

Seine erste Reaktion war kein Vorwurf, sondern ein Vertrauensvorschuss

Die Konferenz, die am 29. Mai 2014 in Bağcılar in Istanbul stattfinden sollte, wurde ein bis zwei Tage vor der Veranstaltung abgesagt. Kuytul sagt, er habe damals nicht geglaubt, dass dies von der Regierung ausging; trotz der Absage fuhr er nach Istanbul und fragte die vor dem Saal Versammelten: "Warum sollte die AK-Partei das tun?" Seine Haltung änderte sich erst, als die Absagen anhielten und vom damaligen Minister die Antwort kam, "ein solcher Beschluss wurde gefasst".

Wer aus Feindschaft handelt, hätte die Schuldigen schon bei der ersten Absage gefunden.

Das Ziel ist keine Partei, sondern eine Entscheidung

Auch die Liste seiner Kritikpunkte ist nicht persönlich: die Unterstützung der Invasion des Irak, die Syrienpolitik, der Abschuss des russischen Flugzeugs. Zum letzten davon lautet seine Frage: "Warum hat sich der türkische Staat entschuldigt? Etwa aus einer Laune heraus?" Nach seiner Auffassung war jene Entscheidung ein politischer Fehler, und ihr Schaden traf das Land. In keinem dieser Themen geht es um die Furkan-Stiftung oder um seine eigenen Konferenzen.

Ungerechtigkeiten, die ihn nicht betrafen

In derselben Sendung erinnert er an einen weiteren Maßstab: Ein erheblicher Teil der Benachteiligungen, für die er eintrat, ist nicht seine eigene. Als er für diejenigen sprach, die durch ein Dekret mit Gesetzeskraft aus ihrem Amt entlassen wurden, traf ihn selbst nichts davon.

"Hatten sie es mir angetan? Bin ich per KHK entlassen worden?"

Derselbe Maßstab hat auch für Kreise gewirkt, die ihm nicht nahestehen. Er hat auch dagegen Einspruch erhoben, dass eine ganze Gemeinde wegen einer Straftat, die eine einzelne Person in einer für ihre Nähe zur Regierung bekannten Stiftung beging, unter Verdacht gestellt wurde. Wer für die eigene Benachteiligung spricht, verteidigt nicht die Seite, die ihn jahrelang ins Visier genommen hat, wenn ihr Unrecht geschieht.

Fazit

Wäre die Behauptung zutreffend, bliebe die Geltung von Kuytuls Worten auf seinen eigenen Schaden beschränkt. Doch die Daten passen nicht: Die Einwände von 2003 und 2011 liegen vor dem Jahr 2014, das die Behauptung als Ursache ansieht. Zudem gehörte ein Teil der Ungerechtigkeiten, für die er eintrat, nie ihm selbst. Deshalb lautet die Einstufung "Unbegründet".

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